Wahner Heide
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13.03.2017, 19:21 Uhr

Neue Weidekoppel in der Wahner Heide

In diesem Winter wurde im nördlichen Geisterbusch eine weitere ehemalige Heidefläche teilweise freigestellt...

Neue Ma√?nahmenfl√§che n√∂rdlich der Nordschneise
© Holger Sticht
N√∂rdlich der Nordschneise, auf K√∂lner Areal des Geisterbuschgebiets, sind in diesem Winter ehemalige Heidefl√§chen im Zuge von Kompensationsma√?nahmen wieder weitgehend freigestellt worden. Sie werden zuk√ľnftig als Beweidungsfl√§che eingez√§unt. Sie waren in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund des Aussterbens, aber auch der Verdr√§ngung der traditionellen Heidewirtschaft sowie aufgrund der √?nderung der milit√§rischen Nutzung vom Schie√?platz zum Panzer√ľbungsgebiet bewaldet. 

Grunds√§tzlich ist es sinnvoll und wichtig, ehemalige Heidefl√§chen wiederherzustellen, da ein Gro√?teil der gesch√ľtzten und gef√§hrdeten Arten der Wahner Heide auf offene oder halboffene Lebensr√§ume angewiesen ist.

Nordschneise mit Blick nach Osten, links mit neuer, rechts mit älterer Freistellungsfläche
© Holger Sticht
Allerdings darf man die Vorgehensweise, die hier gew√§hlt worden ist, kritisch sehen: mit gro√?en Maschinen wurde auf der einen Seite jede Biotopstruktur wie kleine Geh√∂lze und Ruderalstandorte mit hohem Gras und Ginster - bis unmittelbar an den Stammfu√? - entfernt, auf der anderen Seite wurden bestimmte, √ľberwiegend recht junge Eichen und Kiefern unter 60 Jahren, weitgehend belassen, sodass eigentlich eine Art Park entstanden ist - aber kaum Raum f√ľr Offenlandbiotope wie Zwergstrauchheide oder Sandtrockenrasen geschaffen wurde.

Dies w√ľrde sich im Laufe der Jahre verst√§rken, da die B√§ume noch mehr Kronenumfang erreichen werden. F√ľr einen Gro√?teil gesch√ľtzter und seltener Insekten- und Vogelarten sind die Bereiche nicht besiedelbar, da notwendige vertikale Strukturen, insbes. die nat√ľrliche Vielfalt an Sukzessionsstadien, fehlen und die Beschattung sowie der Raumwiderstand der vielen B√§ume meist zu hoch ist.

Bild aus dem Sommer von einer benachbarten älteren Freistellungsfläche
© Holger Sticht
Dass, wie auf benachbarten, √§lteren Pflegefl√§chen zu erkennen ist, diese monotonisierende Bewirtschaftung, die mit einer Park-Unterhaltung im innerst√§dtischen Bereich vergleichbar ist, offensichtlich in den Folgejahren fortgef√ľhrt wird, wiegt umso schwerer.

Aus Naturschutzsicht ist es dringend, dass das Naturschutzmanagement in der Wahner Heide optimiert wird.  

HS