Wahner Heide
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18.01.2018, 13:48 Uhr

Der Rotfuchs

Fuchsjagdwochen w├Ąhrend der Paarungszeit unserer schlauen Wildhunde...

Ein Fuchs in der Wahner Heide versucht sich ruhig zu verhalten
© Werner Funken
Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist derzeit die einzige urspr├╝ngliche Wildhundart Nordrhein-Westfalens, die nicht ausgerottet worden war. In den letzten Jahrzehnten ist mit dem Marderhund (Nyctereutes procyonoides) eine aus Ostasien stammende Art punktuell neu eingewandert. Und der Wolf (Canis lupus) kehrt langsam wieder zur├╝ck, wenn auch bisher nur als "Durchreisender". Sie alle haben eins gemeinsam: sie sind im Visier der J├Ąger.

Etwa 50 000 F├╝chse wurden allein in NRW im Jagdjahr 2016/2017 durch J├Ąger get├Âtet. Gerade im Januar und Februar, w├Ąhrend der Paarungszeit der F├╝chse, f├╝hren J├Ąger so genannte Fuchswochen durch: jagdrevier├╝bergreifende Gemeinschaftsjagden auf den Fuchs.

Fuchsstrecke
© www.freiheit-fuer-tiere.de
Da die Nutzung des Fuchspelzes schon lange keine Rolle mehr spielt, wurde ab Mitte des 20. Jhts. die Verfolgung - bis hin zur Fuchsbaubegasung! - mit der Bek├Ąmpfung der Tollwut gerechtfertigt. Die ist aber erst durch den Einsatz von Impfk├Âdern verschwunden, Jahrzehnte w├Ąhrende Verfolgung des Fuchses hatte zuvor keinen Erfolg erzielt. Dann sollte die Bek├Ąmpfung des Fuchsbandwurms als Argument herhalten. Eine franz├Âsische Studie (Comte et al. 2017) weist aber nun nach, dass bei einer Erh├Âhung des Abschusses von F├╝chsen um 35 % der Bestand insgesamt nicht abnimmt, daf├╝r aber der Befall von F├╝chsen mit dem Fuchsbandwurm um 15 % zunimmt.

Rotfuchs in der Wahner Heide
© Dr. Hanns G. Noppeney
Besonders beliebt ist unter J├Ągern neuerdings das gr├╝ne Deckm├Ąntelchen des Naturschutzes: F├╝chse m├╝ssten zum Schutze von Bodenbr├╝tern stark bejagt werden. Die CDU mit ihrer Landwirtschaftsministerin macht sich dieses in NRW zu Eigen. Tats├Ąchlich weisen alle naturwissenschaftlichen Studien nach, dass die starken R├╝ckg├Ąnge von Feldlerchen und Rebh├╝hnern, genauso wie jene von Schmetterlingen, Bienen, Regenw├╝rmern oder Feldhamster, auf Pestizide, D├╝ngung und intensive Bodenbearbeitung der industriellen Landwirtschaft zur├╝ckgehen. Diese eigentlichen Ursachen anzugehen w├╝rde aber bedeuten, die Stammw├Ąhlerschaft in die Verantwortung nehmen zu m├╝ssen.

Fuchs im K├Ânigsforst
© Holger Sticht
Dass es auch intelligenter, zivilisierter und ohne Populismus geht, zeigen unsere Nachbarn in Luxemburg. Dort ist die Fuchsjagd seit 2015 verboten, weil es keinen vern├╝nftigen Grund f├╝r die T├Âtung von F├╝chsen gibt.

Auf der Heideterrasse kommen F├╝chse ├╝berall vor. Hier werden sie vergleichsweise selten get├Âtet, vor allem nicht in den landeseigenen Gebieten wie Gierather Wald (Schluchter Heide), Lohmarer Wald und K├Ânigsforst. In der Dellbr├╝cker Heide findet gar keine Fuchsjagd statt, die Vorkommen von auf oder am Boden br├╝tenden Vogelarten haben hier seit 2010 leicht zugenommen - trotz des landesweit anhaltend negativen Bestandstrends bei fast allen Arten.  

Fuchsportrait

Alles ├╝ber F├╝chse

HS