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14.08.2011, 22:43 Uhr

Tausendjährige Eiche gesperrt

Betonkern herausgefallen, Wanderwegsabschnitt der Hühnerbruch-Tour wurde vorerst gesperrt...1000jährige Eiche ist jünger und heisst Boxhohns Eech...

Boxhohns Eech ohne Beton
Boxhohns Eech ohne Beton
© Werner Funken
Den Betonkern samt Armierung mit Feldbahnschienen, der in den 1960ern eigentlich zu ihrer Sicherung eingebaut worden war, hat die Tausendjährige Eiche locker überlebt. Eigentlich hatte die Eiche in den letzten Jahren eher den Beton zusammengehalten. Doch nun war es ihr genug. Im Zuge der vielen Regenfälle bröckelte das Betonkorsett in sich zusammen und fiel auf den Wanderweg. Die Stadt und der Bundesforst haben daraufhin den Weg gesperrt und mit Lebensgefahrbeschilderung ausgestattet. Der in der Eiche "wohnende" Waldkauz muss jetzt leider umziehen, und die Wanderer einen Bogen um die Eiche machen.

Für Wanderer: Wenn Sie auf den asphaltierten Schauenbergweg treffen links abbiegen. Diesem auch über die ebenfalls asphaltierte Hasbacher Str. hinweg in den Wald hinein folgen, und dann bei nächster Gelegenheit rechts abbiegen. So stoßen Sie automatisch wieder auf den mit der Kanne gekennzeichneten Rundwanderweg Hühnerbruch-Tour.

Jetzt wird beraten, was getan werden soll. Von Baumsanierung war in der Kölnischen Rundschau zu lesen, ebenso von Neupflanzung - als wenn es nicht bereits genug Eichen im besten Alter im unmittelbaren Umfeld gäbe, die der 1000jährigen Eiche bereits 100 Jahre näher sind als irgendeine kümmerliche Baumschulware.

Eigentlich ist es einfach: den Wanderweg in sicherem Abstand um die Eiche herumführen, sodass man sie auch noch gut besichtigen kann. Die Eiche wird wahrscheinlich teilweise einstürzen - was sie ohnehin irgendwann getan hätte-, kann aber dann problemlos weiterleben.

Eech im Winter
Eech im Winter
© Dorothee Pingsmann
1000 Jahre ist sie sicher nicht, und "1000jährige Eiche" haben sie nur die Preußen genannt. Eigentlich ist die Eiche einige hundert Jahre alt und heisst Boxhohns Eech. Einst benannt nach dem kleinen Ort wenige hundert Meter entfernt an der Hasbacher Strasse, der im Zuge der Truppenübungsplatzerweiterung 1915 weichen musste.

Und eigentlich ist von Natur aus eine 500 Jahre alte Eiche etwas völlig Normales, ist es ein Armutszeugnis, dass wir nur EINE 1000jährige Eiche haben. Daher will die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), die weite Teile der Wahner Heide übernehmen wird, die Forstwirtschaft einstellen.

TG