23.10.2010, 00:22 Uhr

Die europaweit geschützten Lebensraumtypen der Wahner Heide

20 Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie sind in der Wahner Heide verbreitet, davon 4 prioritäre.

Die Richtlinie 92/43/EWG oder Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie oder Habitatrichtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union, die von den Mitgliedstaaten der EU 1992 einstimmig beschlossen wurde. Eines ihrer wesentlichen Instrumente ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das Natura 2000 genannt wird.

Die FFH-Richtlinie hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-)herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse.

20 Lebensraumtypen des Anhang I der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie sind in der Wahner Heide verbreitet; 4 davon sind prioritäre Lebensraumtypen (fett gedruckt, mit Stern gekennzeichnet), die den höchsten Schutzstatus genießen. Auf eine exakte Lokalisierung der Habitate wird aus Gründen der Sicherheit teilweise verzichtet.

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EU-Code

Lebensraumtypen des Anhang I der FFH-Richtlinie

Beispielhafter Bestand in der Wahner Heide

2310

Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista (Dünen im Binnenland, alt, entkalkt)

Geisterbusch

2330

Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis

Dünenzug Südheide

3130

Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littrelletalia uniflorae und/oder der Isoleto-Nanujuncetea

Scheuerteiche

3150

Natürliche eutrophe Seen mit Vegetation des Magnopotamnions oder Hydrocharitions

Aggeraue

3260

Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion oder Hydrocharitions

Agger

4010

Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix

Tongrube

4030

Trockene europäische Heiden

Geisterbusch

*6230

Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem Festland) auf Silikatböden

Flughafen

6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

Scheuerbach

6510

Magere Flachland-Mähwiesen (mit Alopecurus pratensis und Sanguisorba officinalis)

Flughafen

*7110

Lebende Hochmoore

Scheuerbachsenke

7120

Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore

Scheuerbachsenke

7140

Übergangs- und Schwingrasenmoore

Scheuerbachsenke

7150

Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion)

Scheuerbachsenke

9110

Hainsimsen-Buchenwald(Luzulo-Fagetum)

Güldenberg

9160

Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald (Carpinion betuli)

Kurtenwaldbach

9190

Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen mit Quercus robur

Wolfsheide

*91D0

Moorwälder

Scheuerbachsenke

*91E0

Auwälder mit Alnus glutinosa und Frayinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salcion albae)

Kurtenwaldbach

91F0

Hartholzauwälder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior oder Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris)

Aggeraue

Quellen:
Ssymank et al. (1998)
Biotopmanagementplan für das Naturschutzgebiet Wahner Heide mit Erweiterungsflächen (LÃ?LF 1993)
P Sticht, H, Informationszentrum Wahner Heide (2001)