Wahner Heide
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Wetter
05.04.2017, 16:38 Uhr

Buschfeuer in der Wahner Heide

Etwa 30 ha in der Scheuerbachsenke in Flammen...

Ausstellungsfahne im Turmhof zum Feuer
© Heidezentrum Turmhof
Mehrere Feuerwehren des Rhein-Sieg-Kreises versuchen derzeit, einen Großbrand auf dem Truppenübungsplatz des Naturschutzgebiets Wahner Heide zu löschen. Eisenweg und Altenrather Straße sind aktuell gesperrt.

Die Witterung der letzten Tage war günstig: trocken und relativ warmes und v.a. sonniges Wetter führen dazu, dass sich das Feuer über das trockene Pfeifengras schnell verbreiten kann.

Feuer ist ein natürliches Ereignis in unseren Landschaften, das so alt ist wie unser Planet, und das heute fast überall leider Mangelware ist. In der Feuerökologie macht man sich die positiven Eigenschaften des Feuers gezielt zu Nutze, um die biologische Vielfalt zu fördern. Zwar kann es um diese Jahreszeit zu Verlusten bei Insekten, Amphibien und Reptilien kommen, auf der anderen Seite entstehen durch Brände wichtige Lebensraumstrukturen, an welche viele heute selten gewordene Arten angepasst sind. Im Naturschutzgebiet Drover Heide bei Düren, ebenfalls ehemaliger belgischer Truppenübungsplatz und heute Naturerbefläche der NRW-Stiftung, setzt man gezielt Feuer ein, um Heideflächen zu erhalten, weil es die natürlichste, effektivste und kostengünstigste Methode ist. Auch für die Wahner Heide ist dies sehr wünschenswert.

Brandfläche in der Dellbrücker Heide nach einem Jahr: Sandbienennester und Bauernsenfblüte
© Holger Sticht
Ob das heutige Feuer natürlichen Ursprungs ist oder gelegt wurde, ist noch nicht ermittelt. Früher hatten die Heidebauern jahrhundertelang Feuer gezielt eingesetzt, um Ackerfläche zu gewinnen. Viele heutige Heideflächen sind hieraus hervorgegangen. Auch zu Zeiten der preußischen Schießplatznutzung und in geringerem Umfang auch zu belgischer Militärzeit waren Flächenbrände, die durch Munition oder Soldaten unbeabsichtigt entzündet worden waren, Normalität.

Vor diesen Hintergründen entsteht kein Schaden an der Natur, ganz im Gegenteil: es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Brandflächen in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln werden.

Wenige Tage nach dem Feuer, mit Teleobjektiv vom Marienbrunsheideweg aus fotografiert
© Justus Siebert
HS
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